Verwirrung über Kinks ehemaligen Hauptsitz in San Francisco

Verwirrung über Kinks ehemaligen Hauptsitz in San Francisco

San Francisco Armory

Letzte Woche verbreiteten sich Nachrichten über einen Verkauf des vielleicht berühmtesten Gebäude der Pornogeschichte: das Armory in San Francisco, ehemaliger Hauptsitz und Drehort zahlreicher Produktionen für Kink.com. Offenbar war der Verkauf des Gebäudes an eine Nachtclubkette für atemberaubende 65 Millionen Dollar eine Fehlmeldung der San Francisco Business Times.

Das Gebäude wurde 1914 als Waffenlager und Übungshalle für die U.S. National Guard errichtet. Seit den 70er Jahren stand das Gebäude Jahrzehnte lang leer. Nur vereinzelt fanden Dreharbeiten statt, so wurden beispielsweise einige Innenszenen von »The Empire Strikes Back« in der Armory gedreht. 2007 dann übernahm der Fetisch- und BDSM-Spezialist Kink.com für 14,5 Millionen Dollar das knapp 20.000 Quadratmeter Nutzfläche bietende Gebäude. Die BDSM-Profis errichteten hier ihr Headquarter und produzierten hier ein gutes Jahrzehnt jene Filme, die über das Kink-Netzwerk aus Bezahlwebseiten an die weltweite Kundschaft des Unternehmens verkauft wurden.

So wurde das Armory zu einem äußerst sichtbaren Teil der berühmten freizügigen Kultur San Franciscos. Kink.com, eines der größten Studios für Fetisch- und BDSM-Produktionen weltweit und auch bekannt für die professionelle Unternehmenskultur am Set, verwendete die Außenansicht des Gebäudes zu Beginn jedes Videos für das Unternehmen. Bis heute ist das Armory eine Art zweites Logo für Kink.com.

Zwei Dinge jedoch führten letztlich dazu, dass das Studio aus dem Gebäude zog. Kaliforniens Bestreben Kondomnutzung bei Pornoproduktionen verpflichtend zu machen, kam 2016 zur Abstimmung bei einer Sonderbefragung der Bevölkerung. Das Studio sah dies als große Bedrohung für den Geschäftserfolg. Daneben und vermutlich noch wichtiger aber setzten die immer größer werdenden kostenlosen Tube-Portale dem auf Abos und Direktverkäufen basierenden Geschäftsmodell von Kink.com erheblich zu. Zwar wurde das Gesetzesvorhaben Kaliforniens von der Bevölkerung niedergestimmt, doch Kink.com blieb bei dem ursprünglichen Entschluss, die Dreharbeiten für künftige Produktionen ins kostengünstigere Nevada zu verlegen. Danach wurde das Gebäude mehr und mehr zu einer Bühne für kurzfristige Events. Im September letzten Jahres begann man das Armory in ein Mehrzweckhaus umzubauen. Es wurde in Renovierungen und ein neues Soundsystem investiert.

Insbesondere deshalb kam die Nachricht über den Verkauf des Armory an die Club-Kette Soho House für 65 Millionen Dollar überraschend. Soho House betreibt 18 Bars und Clubs weltweit, einige davon in den USA. Der Verkauf hätte dem Studio Kink satte 50 Millionen Dollar Profit eingebracht, doch eine Woche, nachdem die Nachricht sich über Branchenmagazine und Newsportale verbreitet hat, hat der offizielle Twitter Account der Armory den Berichten widersprochen.

kinkInzwischen hat auch der potentielle Käufer, Soho House, dementiert, eine Kaufabsicht für das Gebäude zu haben. Diese Berichte, so ein Soho House Vertreter, seien »nicht wahr. Wir lieben San Francisco, aber bisher haben wir dort keine Fläche gefunden.«

 

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