Terpon erwirbt Lizenz für VR-Patent von VIT

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Terpon, ein Anbieter von VR-Cam-Ausrüstung für Webcam-Models und Studios, hat eine Lizenzvereinbarung mit dem Patentunternehmen VIT geschlossen. Damit entsteht zum einen Rechtssicherheit für zahlreiche Camservices bei der Nutzung von VR-Technologie. Andererseits verschafft sich Terpon einen immensen Marktvorteil im zukunftsträchtigen Segment.
Patente dienen dem Schutz innovationsfreudiger Investitionen – eigentlich. Bisweilen aber werden allzu weit gefasste Patente zum Fortschrittshemmnis und knebeln ganze Branchen. Windige Patentunternehmen, sogenannte »Patent Trolls«, deren Geschäftsmodell darin besteht, Patentverletzungen aufzuspüren und Unternehmen an den Rand des Bankrotts zu klagen, sind in allen Branchen gefürchtet.
Patent Trolle verhinderten Innovationen im Sextoy-Geschäft
Die Sextoy-Branche hat ihre eigene Erfahrung mit dem Phänomen machen müssen. Bis letzten Sommer waren innovative Sexspielzeug-Hersteller aufgrund eines 1998 genehmigten Patents in ihrer Produktentwicklung stark eingeschränkt, da es einfach grundsätzlich für jedwede sexuelle Stimulation galt, die durch ein übers Internet gesteuertes Gerät erreicht wird. Es handelte sich dabei um ein sehr weit gefasstes Utility Patent, bei dem lediglich das Konzept, nicht mal die technische Lösung selbst geschützt wird. Die Patentanmelder hatten damals auch keine technische Lösung für ihre Sci-Fi-Idee.
Erst seit 2018 konnte mit Ablauf des Patents ein neuer Schub Innovationen auf den Markt kommen, die bis dato aus nachvollziehbaren Ängsten von den Patent-Trollen aus den USA verklagt zu werden, zurückgehalten worden waren.
Terpon sichert sich Exklusivlizenz für den gesamten Erotikbereich
Um eine solche Fortschrittsbremse von Vornherein aus dem Feld zu räumen, hat sich der VR-Technik-Spezialist Terpon dazu entschieden US. Patent No. 6,409,599 zu lizensieren. Das Patent mit dem Namen »Interactive Virtual Reality Performance Theater Entertainment System« wurde von einer Patent-Holding namens Virtual Immerson Technologies LLC (VIT) gehalten und hatte ein ähnliches Potenzial Innovation zu verhindern, wie das unselige »Teledildonics Patent«. Es deckte für den VR-Bereich große Teile des Live Entertainment via Webcams ab, was VR-Unternehmen vor große Schwierigkeiten stellte und rechtlich verwundbar machte.
Terpon, das Darstellern und Studios auch Equipment vermietet, rühmt sich nun, mit seiner Lizenzvereinbarung mit VIT eine weitreichende Lösung für die gesamte Branche gefunden zu haben. Damit aber macht sich das Unternehmen im erst entstehenden Bereich unersetzlich und nimmt in gewisser Weise die Funktion VITs ein.
Kluger Schachzug eines künftigen Marktführers?
Jean-Claude Artonne ist CEO von Terpon. Zu dem Deal mit VIT sagt er: »Wir freuen uns sehr, unseren Kunden diese bedeutende Serviceleistung bieten zu können. Wir haben eine exklusive Lizenzvereinbarung für den gesamten Bereich Sexual Wellness und Erwachsenenunterhaltung von VIT erworben und werden Unternehmen bei der vertikalen Ausrichtung ihres Geschäfts dabei helfen können, ihre Plattformen vor Patentschutzklagen zu bewahren, während wir gleichzeitig zeitgemäße VR-Technik und traditionelle Geräteoptionen fürs Webcamgeschäft anbieten können.«
Das Patent von VIT wurde ursprünglich für mehrere Märkte und Branchen angemeldet, Terpon erwirbt nun mit der Vereinbarung ein Exklusivrecht für Erotik- und Sexinhalte. Inwiefern das Unternehmen dadurch selbst in die Rolle eines Innovationshemmers kommen könnte, bleibt abzuwarten.
Terpon stellt sich einstweilen als Dienstleister der Branche dar: »Die Lizenz an ein Unternehmen wie Terpon, das in der Lage ist, die gesamte Erotikbranche auf einmal anzugehen, ist ein weitaus effizienterer Ansatz, der VIT und all den Unternehmen, die VITs Patent kommerziell nutzen wollen, zu gute kommen wird. VIT wird Terpon und unsere Kunden weiterhin unterstützen, während es sein Patent in anderen Branchen und Marktbereichen weiter verteidigen wird.«
Wird Terpon unausweichlich?
Übersetzt heißt das, dass XXX-VR-Unternehmen künftig mit Terpon zu verhandeln haben. Wer eh mit dem Unternehmen zusammenarbeiten will, wird sich freuen. Wer anders vorgehen wollte, könnte künftig vor Problemen stehen, da Terpons Deal für VIT eben auch eine gegenseitige Anerkennung bedeutet und gewissermaßen Fakten schafft. VIT wird durch den Deal, aus der Gruppe der »Patent Trolls« enthoben und zu einem veritablen Lizenzunternehmen, Terpon hingegen kann nun seinerseits gegen Patentverletzungen vorgehen.
Artonne formuliert das natürlich etwas anders: »Durch den Erwerb der Lizenz investieren wir in den Schutz der Branche, die nun ohne Angst vor Patenten agieren kann, und wir hoffen, damit einen klareren Weg für Live-VR-Inhalte aufzeigen zu können, um Kunden noch rascher zu erreichen. Nun ist es Betreibern von Live Cam Seiten möglich, ohne die Gefahr von Patentklagen zu agieren. Durch die Kompatibilität mit unseren VR-Kameras sind sie durch unsere Lizenz mitabgedeckt, so wie es bereits mit XVR geschieht. Unsere Mission ist es, der Branche zu dienen, indem wir die umfassendste Lösung für die Implementierung virtueller Kameras anbieten wollen, und dies ist ein entscheidender Schritt für jeden im Cam-Geschäft, der Teil der neuen Ära des Live-Entertainment sein will.«
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Terpon.

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