Streit zwischen Herstellern von Sexrobotern: Wann ist ein Sexroboter echt?

Greg Nichols berichtet für ZDNET: »Was auch immer Sie davon halten mögen, Sexroboter sind längst auf dem Markt und ihre Hersteller konkurrieren um ihren Anteil an der 30 Milliarden Dollar schweren Sex-Tech-Branche. Nun aber ist ein Streit zwischen zwei prominenten Sexpuppen-Herstellern entbrannt, ab wann eine Puppe als Sexroboter gelten kann.

Wenn Sie in den letzten Jahren ein bisschen verfolgt haben, was sich auf dem Markt für Sexspielzeug so alles tut, wird Ihnen vielleicht auch der Name Dr. Sergi Santos begegnet sein. Er ist der Gründer von Synthea Amatus.

Santos ist der Schöpfer von Samantha, ein weiblichen Formen sehr nahe kommendes Gerät, das auf Berührung und Stimmen reagiert. Der Roboter hat einen stattlichen Preis. Allein der Kopf, der den Großteil der Elektronik beherbergt, kostet 5.000 Dollar.

Die weltweiten Schlagzeilen, die regelmäßig für den Produzenten der Puppen entstehen, haben nun zu einer kleinen Fehde geführt. Matt McMullen ist CEO von RealBotix. Ende des Jahres plant sein Unternehmen eine Reihe hyper-realistische Sexroboter auf den Markt zu bringen. In einem Interview mit Daily Star Online legt sich McMullan nun mit Sergi Santos an und bezeichnet dessen Produkte als »Käse« und »Spielzeug«.

»Seine Puppen bewegen sich nicht, das sind keine Roboter. Wie kann man die Roboter nennen? Dahinter liegt eine sehr simple Programmierung.«

McMullan setzt noch nach: »Was er da hat, ist im Grunde, als würde man eine Schnur am Rücken ziehen. Eine Art Hampelmann. Meiner Meinung nach sind das keine Sex-Roboter.«

McMullans Puppen werden für 20.000 Dollar angeboten und können mit dem Handy synchronisiert werden. Kunden können aus verschiedenen Persönlichkeiten wählen.

Santos ließ den Angriff nicht auf sich sitzen und entgegnete im Interview: »Fakt ist, dass ich ein Wissenschaftler bin. Ich kenne Codes, Mathe, Physik. Dieser Typ ist Künstler. Ich würde ihn als einen Affen mit Talent beschreiben.«

Im Mittelpunkt des Streits steht eine durchaus interessante Frage: Ab wann kann man ein Produkt überhaupt als Roboter bezeichnen? Der Begriff ist nicht klar definiert, wie es scheint.

In der Regel ist ein Roboter eine Maschine, die mit einem gewissen Grad an Autonomie arbeitet und physisch mit der Umgebung interagiert. Waschmaschinen fallen in diese Definition, auch einige modernere Autos. Eigenständige Bewegungen sind sicherlich ein wichtiger Bestandteil für die Definition »Roboter«. Daher fällt Amazons Echo nicht in die Kategorie der Roboter, Jibo hingegen, eine Art persönlicher Hausdiener, hingegen schon.

McMullen hat mit seinem Angriff also durchaus Recht. Denn Santos Puppen haben zwar an verschiedenen Stellen Sensoren, die es ermöglichen, dass sie auf Berührungen und Stimmen reagieren. Allerdings bewegen sich seine Puppen nicht. Die Puppen von RealBotix hingegen bewegen sich. Allerdings nur vom Hals aufwärts.

Darüber hinaus erfüllen die Bewegungen keinerlei wirkliche Funktion: blinzelnde Augen und ein Mund, der sich beim Sprechen öffnet und wieder schließt. Dennoch ist es ein entscheidender Schritt, der uns vor Augen führt, dass sich unsere Beziehung zu Technologie schrittweise verändert.

Letztlich sind beide Puppen noch relativ grobe Vorentwicklungen, wenn wir autonome Roboter als Maßstab anlegen. Die Körper bewegen sich nicht eigenständig, wenn sie in Benutzung sind, liegen sie passiv vor dem Nutzer.

So könnte der Streit zweier Sexpuppen-Hersteller zu interessanten Diskussionen führen, welche Botschaft diese ersten Vorboten der Sexroboter-Revolution an uns senden. Welche Auswirkungen wird die Verbreitung der neuen Technologie auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen haben?

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