10 Jahre Youporn – Wie eine Seite Pornos veränderte

Das Porno-Portal „Youporn“ ist zehn Jahre alt. Die Internet-Seite hat die Porno-Landschaft und das Geschäft mit der nackten Haut verändert, wie keine andere. Das Konzept, gratis pikante Videos hochladen und anschauen zu können, schlug ein wie eine Bombe – die Pornostudios störte es allerdings gehörig.

Vor elf Jahren startete das Video-Portal Youtube, nur ein Jahr später öffnete Youporn als nicht jugendfreie Version seine virtuellen Pforten. Das Youtube-Erfolgsrezept, dass Nutzer gratis Videos hochladen und anschauen konnten, schlug am Online-Porno-Markt ein wie eine Bombe. Zum Zeitpunkt seiner größten Beliebtheit konnte Youporn rund 450 Millionen Nutzer pro Monat verzeichnen.

Unliebsame Konkurrenz
Seither wurde die Seite von anderen – wie dem Porno-Netzwerk Pornhub – überflügelt. Vor allem weil unzählige raubkopierte Videos (Experten schätzten den Anteil an raubkopierten Videos in der Frühzeit auf gut 70 Prozent des Angebots) dort verbreitet wurden, stieß das Portal bei Pornoproduzenten auf wenig Gegenliebe.

Inzwischen kooperiert Youporn bzw. dessen Mutterunternehmen Mindgeek, dem unter anderem auch Pornhub gehört, mit der Industrie und dreht in eigens gekauften Porno-Studios sogar selbst Nachschub für das eigene Video-Portal. Viele Pornoseiten stellen sogar gratis Ausschnitte aus ihren Videos auf die Seite und wollen so User auf ihre Seite locken.

Halbe Milliarde Jahresumsatz
Und der Rubel rollt nach wie vor: Der Umsatz von Mindgeek wird auf rund eine halbe Milliarde Euro pro Jahr geschätzt. Mindgeek ist vom Deutschen Fabian Thylmann aufgebaut worden. Vor drei Jahren verkaufte er alle Anteile und zog sich zurück. Rund 100 Millionen Euro soll er dafür erhalten haben.

Youporn läutete seinerzeit eine von der Branche selbst eher ungern gesehene Revolution bei der Internet-Pornografie ein. Das Ködern von User und potentiellen Kunden mit Gratis-Inhalten ist heute gängige Praxis. Während die Porno-Industrie die Umstellung auf das Internet-Modell großteils geschafft hat, haben Sex-Shops und -Videotheken ziemlich unter dem Online-Boom gelitten.

 

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