Corona sorgt für Traffic-Explosion bei Pornhub

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Neben einer immensen Nachfrage nach Klopapier, Nudeln und Desinfektionsmitteln sorgt der weltweite Kampf gegen das Coronavirus auch für einen gewaltigen Traffic-Zuwachs bei den beliebtesten Onlinemedien: Netflix, Youtube und Onlinepornografie. Pornoportale jedweder Couleur, aber natürlich auch die großen kostenfreien Tubeseiten profitieren von der plötzlich geballten Freizeit der Milliarden von Menschen, die zu Hause bleiben müssen. Nun hat Pornhub einen ersten Einblick in das Nutzerverhalten während der Coronakrise gegeben.

Ein gutes Drittel der Weltbevölkerung wurde von der jeweiligen Regierung dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben oder mit Ausgangssperren bis auf Weiteres in die eigenen vier Wände verbannt. Um sich die Zeit zu vertreiben und Bedürfnisse jedweder Art zu stellen, sind nun Onlinemedien ein in bisher nie dagewesenen Ausmaß genutztes Ventil.

Auch Pornhub sieht sich mit einem gewaltigen Zuwachs beim Traffic aus den betroffenen Ländern konfrontiert und hat nun Zahlen dazu veröffentlicht. Auch Suchverhalten, Suchbegriffe und Tageszeiten der Pornhub-Aufrufe haben sich während der Coronakrise verändert.

Weltweit ergibt sich ein massiver Anstieg der Pornhub-Zugriffszahlen. Seit 24. Februar nahm der Traffic im Tagesdurchschnitt um 13,7% zu. Mit der Verkündung am 24. März, dass Pornhub Premium für alle Besucher einen Monat lang kostenlos zur Verfügung stehen würde, betrug der Anstieg sogar 18,5%.

Bei einer Betrachtung nach Ländern ergibt sich ein Bild, das darauf hindeutet, dass Pornhub erst am Anfang eines gewaltigen Anstiegs der Zugriffszahlen steht. Länder, die bereits länger im Lockdown sind oder von ihren Regierungen Ausgangssperren verordnet bekommen haben, weisen deutlich stärker Zuwachsraten beim Traffic auf als jene, bei denen die Menschen erst seit kurzem zu Hause bleiben müssen.

In Nordamerika und Großbritannien sieht man den Anstieg relativ spät und den stärksten Ausschlag am 24. März, als das Premium-Angebot freigeschaltet wurde.

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In Italien, das in Europa bisher am stärksten betroffen ist und bereits länger als andere Staaten mit einer strengen Ausgangssperre lebt, setzte der massive Anstieg bereits früher ein. Dort wurde bereits vor zwei Wochen Pornhub Premium gratis freigeschaltet und der Ansturm war immens. Schließlich befanden sich die Italiener da bereits in einem längeren Lockdown. Satte 57% legte der Traffic zu und fiel nach einer ersten Neugier wieder ab. Dennoch liegt er konstant etwa 30% über den Normaldurchschnitt.

Auch in Frankreich und Spanien wurde das Premium-Angebot zur Monatsmitte kostenfrei angeboten. In Frankreich führte dies weniger stark als in Italien, in Spanien hingegen heftiger für einen immensen Ansturm auf das Portal. Der Traffic in Frankreich legte um etwa 38% zu, aus Spanien stieg die Besucherzahl um über 60% zu und toppte das Interesse aus Italien noch einmal deutlich.

 

Bei unseren Nachbarn in Österreich und in der Schweiz stieg die Nutzung zunächst relativ moderat um 5-8%, mit der Freischaltung der Premium-Angebote auf 15-20% Zunahme.

In Hongkong legte der Traffic zur Monatsmitte um über 20% zu und mit Freischaltung des Premium-Angebots schoss dieser Zuwachs im Vergleich zum Durchschnitt auf 42,5% hoch.

Indien zählt zu den Ländern, die Onlinepornografie zu unterbinden versuchen. Umfangreiche Zensur- und Blockademaßnahmen hindern die Bevölkerung aber dennoch nicht daran, Wege zu finden, Pornos im Netz zu konsumieren. Oftmals reicht bereits eine Mirror-Seite, ein anderer Domainname oder simple VPN-Software, um die Netzblockaden zu umgehen. Es verwundert daher nicht, dass auch in Indien ein Anstieg zu verzeichnen ist. Ab dem 10. März stieg der Traffic deutlich an. Seit dem 12. März liegen die Zuwachszahlen aus Indien konstant über 10%. Derzeit wird in Indien auch darüber nachgedacht, die Sperrungen zu lockern, um die umfangreiche Ausgangssperre, die diese Woche verkündet wurde, für das Milliardenvolk mit großen gesellschaftlichen Verwerfungen erträglicher zu machen.
In Russland hingegen war der Anstieg der Pornhub-Nutzerzahlen bis vor kurzem eher gering. In der Regel nur zwischen 2 und 3 Prozent höher als normal. Doch mit dem kostenlosen Premium-Zugang gab es auch aus Russland einen Ansturm. 57,1% mehr Zugriffe russischer Nutzer verzeichnete Pornhub am 24. März.
In Deutschland ließ sich in den vergangenen Wochen ein stetiger Anstieg verzeichnen. Lediglich zwischen dem 14. und 16. März ließ der Zuwachs etwas nach. Mit dem Angebot des Portals Premium freizuschalten schossen die Nutzerzahlen trotz ausgebremster Streamingqualität aber auch hierzulande in die Höhe. 15% Zuwachs im Vergleich zu einem gewöhnlichen Tag sonst im Jahr.

Betrachtet man sich den Zuwachs bei den Nutzerzahlen nach Geschlecht, so ergibt sich ein eindeutiges Bild. Zwar nimmt der Pornokonsum und somit der Besuch von Pornhub auch bei Männern in der Lockdown-Zeit stark zu, doch der deutlichere Zuwachs ist bei weiblichen Nutzern zu verzeichnen.

Pornhub schreibt dazu: »Die weltweiten Traffic-Veränderungen waren bis zum 16. März etwa gleich, doch ab da haben (proportional) mehr Frauen auf Pornhub zugegriffen als normal. Am Freitag, den 20. März, hat der Traffic von Frauen um 17,4% zugelegt, während die Zugriffszahlen von Männern nur 12,1% höher lagen.« Am Tag der Verkündung des weltweiten Gratismonats für Pornhub Premium hingegen war der Anstieg bei beiden Geschlechtern wieder gleich.

 

Die Auswertung der Geschlechterbetrachtung nach Ländern zeigt, dass in Italien, Mexiko, Frankreich, Spanien, Thailand und Japan die stärksten Zuwächse bei weiblichen Besuchern der Seite zu verzeichnen waren. In Polen, Australien und den Niederlanden gab es den größten Zuwachs bei Männern.

In Deutschland hingegen liegen beim Zuwachs ebenfalls die Frauen vorn. 19% mehr Zugriffe von weiblichen Nutzern gegenüber 13% Trafficzuwachs bei männlichen Besuchern.

 

Auch das Suchverhalten hat sich mit Zunahme der Coronakrise verändert. Ab dem 25. Januar verzeichneten die Datenauswerter bei Pornhub eine Zunahme an Suchen mit dem Begriff »Coronavirus« und »Corona Virus«. Im letzten Monat wurde über 9 Millionen mal auf Pornhub nach Corona oder Covid gesucht.

Und der Nachfrage folgte das Angebot. Die ersten Szenen mit Darstellern mit Atemmasken ließen nicht lang auf sich warten. Auch zahlreiche Darstellerin im Femdom-Bereich nutzten das neue Interesse und verkauften mehr Clips mit den Suchbegriffen »Coughing« oder »Atemmasken«.

Besonders beliebt sind diese Suchen in der Slowakei, Bulgarien, Irland, Malaysia und Serbien. Während Österreicher ebenfalls verstärkt dazu neigen, auf Pornhub nach Corona-Pornos zu suchen, scheint dies in Deutschland ein wenig verbreiteter Fetisch. Warum das so ist, muss vorerst unbeantwortet bleiben. Nach der Krise könnten sich zahlreiche Sozialwissenschaftler und Ethnologen damit auseinandersetzen.

 

 

Weitere Datenauswertungen und Grafiken finden Sie auf der Insights-Webseite von Pornhub.

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