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Verizon stößt Tumblr ab

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Tumblr kommt nicht zur Ruhe. Nach Besitzerwechseln und Porno-Ban scheint auch der neue Eigner unglücklich mit seiner Tochterfirma zu sein. Der Telekommunikationskonzern Verizon stößt die vor wenigen Jahren mit Yahoo übernommene Plattform ab und nimmt dafür sogar einen herben Abschreibungsverlust in Kauf. Der Käufer ist Automattic Inc., Eigentümer und Betreiber des beliebten CMS-Systems WordPress.
Verizon hatte die Reste des ehemaligen Suchmaschinengiganten Yahoo vor zwei Jahren aufgekauft und in seine inzwischen aufgelöste Dachmarke Oath integriert, zu der bereits ein weiterer einstiger Riese gehörte: AOL. Mit im Paket befand sich der ebenfalls strauchelnde Social Media Pionier Tumblr.
Ende letzten Jahres verhängte Tumblr ein komplettes Pornoverbot auf seiner Plattform und verlor damit Alleinstellungsmerkmal, Millionen von Nutzern und offenbar die Existenzberechtigung im Verizon-Reich.
Für die Erotikbranche im Netz war die Zensur auf Tumblr ein großes Problem und ein weiteres Zeichen für die schwieriger werdenden Bedingungen im Mainstream sichtbar zu bleiben. Zahlreiche Darsteller, Studios und Erotikmarken verloren ihre Accounts und den Zugang zu ihren Fans.

Tumblrs Pornoverbot bleibt bestehen

Auch der neue Eigentümer Automattic Inc. will das Pornoverbot aufrecht erhalten. Da das Unternehmen die weltweit erfolgreiche CMS-Software WordPress besitzt, setzt es auf eine Verzahnung von Tumblr in seine vorhandene Architektur. Damit könnte Tumblr tatsächlich neues Leben eingehaucht werden, ist WordPress doch ein Quasi-Standard für einfach zu nutzende komplexe Publishing-Systeme. (Auch VAN nutzt WordPress.)

Im Verizon-Verbund verbleiben also die beiden ehemaligen Google-Konkurrenten Yahoo und AOL, die heute nur noch ein Schatten ihrer einstigen Größe sind. Schon bei der Übernahme durch Verizon für knapp 5 Milliarden Dollar war Yahoo kaum wiederzuerkennen. Wenige Jahre zuvor lehnte das Unternehmen eine Übernahmeofferte durch Microsoft über 30 Milliarden stolz ab.

2013 hatte Yahoo 1,1 Milliarden für den aufstrebenden Social-Media-Star Tumblr gezahlt. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Verizon hatte man den Wert auf 220 Millionen herunterkorrigiert. Zwar ist der aktuelle Kaufpreis von Automattic nicht veröffentlicht worden, aber Branchenexperten gehen davon aus, dass der WordPress-Betreiber wohl nicht mal 10 Millionen Dollar für Tumblr gezahlt hat.

Ob bei dem Kauf mehr als nur ein paar Zeilen Code und der Markenname den Besitzer wechseln, scheint unklar. Jedenfalls sollte der Niedergang des Unternehmens auch jenen zu denken geben, die glauben, dass eine klinisch zensierte Marke allein selig machend ist. Vielmehr können zensierte Inhalte und unklare Guidelines Nutzer so sehr verärgern, dass sie sich Alternativen zuwenden.

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