Wie Lovehoney mit Lizenzen wachsen konnte

Als Lovehoney 2005 seinen ersten Lizenzvertrag unterzeichnete, haben wir noch nicht gewusst, was das bedeuten würde.

Mitgründer Richard Longhurst und ich haben bereits drei Jahre lang Vibratoren und Dildos über das Internet verkauft, als wir bemerkten, dass viele Menschen die Webseite von Lovehoney besuchten, die wussten, dass sie etwas wollten, aber nicht sicher waren, was genau.

Sie brauchten Beratung, Rückversicherung und Diskretion und fanden stattdessen eine überfordernde Menge an gefährlich wirkenden lila Objekten mit wenig hilfreichen Namen wie ‘Fritz The Snake’ und ‘Crystal Clear Ladyfinger’.

Es gab keine Marken bei Sexspielzeugen, die Kunden dabei hätten helfen können, eine Kaufentscheidung zu treffen. Das war ein großes Problem.

Unsere Nische finden

Wir brauchten bessere Produkte und einen Namen, den die Menschen wiedererkennen konnten. Wir zerbrachen uns die Köpfe.

Es gab zu der Zeit eine Dating Show auf BBC namens Would Like to Meet, in der die Sex- und Beziehungsexpertin Tracey Cox auftrat, die außerdem die Autoren eines Weltbestsellers im Sexratgebermarkt war.

“Nicht nur, handelt es sich um einen grossartigen Umsatzgaranten, es war auch ein kostengünstiger Weg, Lovehoney bekannter zu machen und in den Medien unsere Botschaft eines glücklichen Sexlebens zu verbreiten.”

Also riefen wir sie an und fragten sie, ob sie uns helfen würde, ein Sortiment an Sexspielzeugen zusammenzustellen und ihren Namen und ihre Marke auf der Verpackung zu nutzen. Wunderbarerweise gab sie ihre Zustimmung dazu.

Wir zahlten ihr einen Vorschuss, vereinbarten Tantiemen und unterschrieben einen Vertrag. Das nennt man wohl Lizenzvereinbarung.

Bingo. Wir hatten also einen Namen, den Menschen wiedererkannten, vertrauten und –wichtiger noch – den sie kauften.

Inzwischen bieten wir Dutzende von Artikeln in der Tracey Cox Supersex Produktreihe an und haben sie millionenfach verkauft.

Der Deal half dem winzigen Lovehoney über die eigene Größe hinauszuwachsen und Medienaufmerksamkeit und zu bekommen – und die Kunden liebten die Produkte. Wir gingen durch die Decke.

Seitdem sind Lizenzen ein wesentlicher Bestandteil der Produktstrategie von Lovehoney.

Wir wollen unsere Botschaft eines glücklichen Sexlebens so weit wie möglich verbreiten.

Die Markenkooperationen, die wir eingehen, helfen dabei PR zu generieren und bewerben Lovehoney weltweit.

Produktreihen mit den Rockbands Motörhead und Mötley Crüe haben in Deutschland und den USA hervorragend funktioniert.

Die Modemarke Tokidoki ist ein großer Hit auf dem asiatischen Markt, während die Luxusmarke Coco de Mer anspruchsvolle Kunden bedient, die nur nach dem Besten Ausschau hält.

Die Vorteile des Lizenzgeschäfts

All das jedoch war nahezu nichts im Vergleich zu dem Giganten Fifty Shades of Grey.

2012 konnten wir uns gegen riesige Konkurrenz durchsetzen und einen exklusiven Lizenzvertrag zur Herstellung und Vermarktung von Produkten der berüchtigten Erotik-Trilogie von E. L. James abschließen.

Das war ein großer Schritt für uns und ist es noch. Der Deal hat uns die Türen zu eher schwierigen Märkten wie Indien geöffnet.

Es ist die weltweit bekannteste, größte Marke im Sexbereich und wird mit der Veröffentlichung der Verfilmung von Fifty Shades Darker am Valentinstag 2017 einen weiteren Schub erhalten.

Nicht nur handelt es sich um einen großartigen Umsatzgaranten, das Lizenzgeschäft war auch ein kostengünstiger Weg, Lovehoney bekannter zu machen und in den Medien unsere Botschaft eines glücklichen Sexlebens zu verbreiten.

Die weltweiten Umsätze haben Lovehoneys internationales Geschäft immens wachsen lassen und haben zweifellos eine große Rolle dabei gespielt, dass das Unternehmen letztes Jahr mit dem Queen’s Award for Enterprise in International Trade ausgezeichnet wurde.

Ich glaube nicht, dass all das geschehen wäre, wenn wir weiterhin auf Fritz the Snake gesetzt hätten.

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