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Freitag, Oktober 20, 2017
Wird Tumblr in Südkorea gesperrt?

Wird Tumblr in Südkorea gesperrt?

Die Behörden in Südkorea denken über ein Verbot des Social Media Unternehmens Tumblr nach. Koreanische Behördenvertreter zeigen sich verärgert über Tumblrs liberale Haltung gegenüber sexuell expliziten Inhalten.

In den Tagen vor der Androhung hat der Web 2.0-Pionier Tumblr eine Forderung der Korea Communications Standards Commission zurückgewiesen. Die Behörden wollten, dass der Dienst pornografische Inhalte blockt. Das Unternehmen argumentiert jedoch, dass es nur an US-Gesetze gebunden sei, da es in Südkorea keine Büros unterhalte.

In der Konsequenz drohen die Behörden in Südkorea nun mit der Sperrung des Dienstes.  Heo Wook, Mitglied der Korea Communications Standards Commission sagte in einem Interview mit der Korea Times: »Etwa 10% der Inhalte [Tumblrs] sind pornografisch. Das ist auch ein wichtiges Thema in Bezug auf das Markenimage des Unternehmens. Wir werden das Unternehmen erneut bitten, das Problem zu klären.«

Die Beziehung zwischen Tumblr und den koranischen Aufsichtsbehörden verschlechtert sich zusehends. Zwischen Januar und Juni hat die Korea Communications Standards Commission Tumblr aufgefordert, nach koreanischem Recht illegale Inhalte aus dem Angebot zu entfernen. 22.000 Einzelanfragen gingen in dieser Zeit bei Tumblr ein. Im Vergleich dazu sind die Beschwerden bei anderen Social Media Angeboten verschwindend gering. Instagram wurde nur 12 Mal beanstandet, Facebook gar nur 5 Mal. Nur Twitter scheint sich ebenfalls auf dem Radar der Behörden Südkoreas zu befinden. 1.771 Entfernungsanfragen wurden von den Behörden an Twitter gerichtet.

Twitter wie Tumblr sind generell liberaler gegenüber sexuellen Inhalten und erfordern darüber hinaus bei der Nutzeranmeldung echte Namen anzugeben. Alles, was es braucht, um auf diesen Portalen loszulegen, ist ein E-Mail-Account. Während das vielfach erstrebenswert scheint, bringt es beide Unternehmen auf Kollisionskurs mit repressiveren und strenger regulierten Ländern als die USA.

Die relative Anonymität auf beiden Angeboten ist für viele Nutzer ein großer Vorteil und wird von Datenschutzverfechtern weltweit begrüßt. Es macht es allerdings auch leichter, illegale oder hoch problematische Inhalte zu teilen. Es könnte daher von essentieller Bedeutung für die Zukunft beider Unternehmen sein, wie das Problem gelöst werden kann, ohne dabei das zu verlieren, was die Dienste zu beliebten und positiv wirkenden Kräften in vielen Ländern weltweit gemacht hat.

 

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