xHamster finanziert einen Bewegungsmelder, der Pornos versteckt, sobald die Tür aufgeht

xhamster sensor

Joel Hruska berichtet auf Extremetech.com: xHamster, eine wohl kaum für das Büro geeignete Webseite, von der niemand von uns je gehört hat und die keiner je benutzt oder besucht hat, hat sich mit einer Gruppe von Entwicklern zusammen getan, um einen Bewegungsmelder zu entwickeln, der alle Bildschirmfenster auf Ihrem Desktop automatisch minimiert, sobald jemand durch die Tür kommt oder den Raum betritt.

Das durch Crowdfunding vorfinanzierte Gerät mit dem Arbeitstitel “Minimeyes” würde auf sehr direkte Weise funktionieren. Man stellt es in die Nähe des für das eigene Vergnügen missbrauchten Arbeitsbereichs, entscheidet sich, ob es auch automatisch den Ton herunter drehen soll und richtet dann den Bewegungsmelder aus.  Wenn der Sensor eine Bewegung wahrnimmt, verschwindet Ihre Porno-Session, der Ton geht aus, und Sie können Ihrer Arbeit nachgehen und so tun, als wären sie ganz in Ihrem Projekt versunken.

Auf den ersten Blick scheint das ein Geniestreich. Wenn Sie in den 80er Jahren ein Gamer waren, erinnern Sie sich vielleicht noch an die sogenannte , “Chef-Taste” — eine Tastenkombination, die sofort einen C:\ prompt oder generisch “geschäftlich” wirkenden Screenshot mit Grafiken oder Tabellen anzeigte. Minimeyes (ich sterbe jedes Mal ein bisschen, wenn ich das tippen muss) ist einfach nur die Neuauflage dieses alten Produkts fürs 21. Jahrhundert. Stimmt’s?

Nun … nicht so ganz. Es handelt sich in Wirklichkeit um eine spektakulär schlechte Idee. Ich werde im Folgenden erklären, weshalb das so ist.

Laut der Webseite der Crowdfunding-Kampagne sollte der Sensor benutzt werden, wenn:

Sie nicht wollen, dass Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihre Eltern, Ihr Bruder oder Ihre Schwester, Ihr Lehrer, Ihr Chef, Ihre Kollegen, Ihr Mitbewohner oder irgendein Fremder sehen oder hören, was Sie am Computer oder an Ihrem Mobilgerät tun. Nutzen Sie es Zuhause, im Büro, im Café oder in Ihrem WG-Zimmer. Richten Sie Ihre Infrarot-Leuchte in die Richtung, die Sie überwachen möchten, drücken Sie in der Minimeyes-App ‘arm’ (dt.: scharf stellen) und Ihre Privatsphäre ist gesichert.

Darüber hinaus verspricht der Kampagnentext, dass der Sensor mehrere Geräte gleichzeitig steuern kann, wenn das Betrachten von Pornos auf einem Gerät mal nicht ausreichen sollte. Sehr seltsam ist, dass das Entwicklerteam offenbar glaubt, dass Pornokonsum eine gemeinschaftliche Aktivität ist, der das ganze Büro gleichzeitig nachgeht. “Wenn beispielsweise Ihr Chef hereinkommt, um seine Angestellten zu überprüfen, können alle verbundenen Computer und Mobilgeräte gleichzeitig reagieren!”

XHamster-Motion

Es gibt ein paar Schönheitsfehler bei diesem Plan, die man vielleicht mal erwähnen sollte. Zunächst einmal haben Menschen Ohren. Ein Bewegungsmelder, der sofort alle Fenster schließt, wird Ihren Chef/Partner/Ihre Familie vielleicht davon abhalten, mitanzusehen, welche Pornos Sie sich anschauen, allerdings gibt es einige recht deutliche akustische Hinweise, die mit dem Konsum von Pornos einhergehen.

Auch wenn Sie Fotos bevorzugen oder einfach den Ton ausgeschaltet lassen, gibt es ein weiteres Problem. Wir leben nicht mehr in den 90er Jahre. Die meisten unternehmen haben irgendeine Form von Netzwerküberwachung installiert, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit bemerkt, wenn der Traffic zu Fapulous.com (keine Ahnung, ob die Domain existiert, Besuch auf eigene Gefahr) schlagartig anwächst. Stellen Sie sich vor, Ihr Chef/Mitarbeiter tritt zu Ihnen heran und möchte etwas in Ihrer Browser-Sitzung ansehen. Selbst ein Rechts-Klick zur Öffnung eines neuen Fensters lässt die aktuellen Fenster kurz aufleuchten – das hängt natürlich auch von dem Browser ab, den Sie benutzen.

Es gibt zahlreiche Dinge, die dabei schief gehen können und nur eine Handvoll von Situationen, in denen das Gerät funktioniert. Alles in allem dürfte es klüger sein, den Pornokonsum nicht am Arbeitsplatz zu betreiben.

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