Zwangsgelder gegen Beate Uhse?

BU

Der krisengeschüttelte Erotikkonzern Beate Uhse kommt nicht aus den Schlagzeilen. Hohe Zwangsgelder könnten den größten deutschen Erotikhändler in weitere Schwierigkeiten bringen.
Wie gerade bekannt geworden ist, will die Finanzaufsicht Bafin gegen das traditionsreiche Haus Beate Uhse Zwangsgelder in Höhe von 220.000 Euro verhängen. Grund ist die noch immer nicht erfolgte Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Jahr 2016. Die Beate Uhse AG hatte die Vorlage der Jahresbilanz zuvor mehrfach verschoben. Dies ist nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz jedoch nicht erlaubt. .

Der Konzern steckt seit Jahren in Schwierigkeiten: fortlaufende Verluste, Schließungen von Filialen, eine offenbar unentschlossene Personalpolitik, mehrfache Umstrukturierungen und der verpasste Anschluss an die Digitalisierung der Branche sind verantwortlich für die Schwierigkeiten des bedeutendsten deutschen Unternehmens der Branche.

Erst im April hatte der neue Vorstand von Beate Uhse, Michael Specht, seinen Posten angetreten. Bei seiner Berufung wurde die Veröffentlichung der Bilanz für Mai angekündigt. Bereits einen Monat später jedoch erfolgte die Entlassung des Finanzvorstands, dessen Aufgaben interimsweise von Specht selbst übernommen wurden. Mit der Personalie wurde die Veröffentlichung des Geschäftsberichts auf Oktober verlegt.

Die Finanzaufsicht Bafin selbst hat keine weiteren Erklärungen abgeben, da sie sich grundsätzlich nicht zu geplanten Schritten äußert. Die Androhung von Zwangsgeldern heißt aber noch nicht, dass Beate Uhse die saftige Strafe auch wirklich bezahlen muss. Bis Oktober dürfte das Unternehmen noch Zeit haben, um der angedrohten Strafe zu entgehen.

Die Beate Uhse AG hatte sich erst kürzlich von ihren Beteiligungen in den Niederlanden getrennt. Zu den verkauften Tochterunternehmen gehörte auch der für die Branche bedeutsame Zwischenhändler Scala. (Venus berichtete.)

Die Hauptversammlung der Beate Uhse AG ist für November oder Dezember angekündigt, auch dies eine Verspätung, da das Gesetz vorsieht, dass eine AG die HV innerhalb der ersten acht Monate eines Jahres abzuhalten habe.

Laut vorläufigen Angaben des Unternehmens wird der Umsatz des Vorjahres zwischen 105 und 110 Millionen Euro und der Gewinn zwischen einer Million und zwei Millionen Verlust anzusiedeln sein. Beobachter gehen davon aus, dass die mit Verlust getätigten Verkäufe der niederländischen Töchter das Unternehmen mit einem negativen Eigenkapital hinterlassen haben könnte.

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